Warum es sich für Unternehmen lohnt, beim Thema Compliance umzudenken

Compliance ist ein großes Wort, das schon längst im Mittelstand und bei kleineren Firmen angekommen ist. Es wird viel darüber geredet und geschrieben – aber leider viel seltener effektiv umgesetzt.

Anders kann ich es mir nicht erklären, dass meine Detektei immer häufiger von Unternehmen um Hilfe gebeten wird, um Korruption und Diebstahl, manchmal sogar bandenmäßig strukturiert und organisiert, aufzuklären. Wenn ich komme, liegt das Kind allerdings schon längst im Brunnen und mir bleibt nur noch die Möglichkeit das schlimmste zu verhindern.

Wie immer ist Vorsorge auch beim Thema Compliance nervenschonender als die Therapie.  

Das „A“ und „O“, wenn Compliance funktionieren soll: gute Führung

Alle Unternehmen in Schleswig-Holstein, denen wir von der Detektei Schütt in den vergangenen 15 Jahren geholfen haben, hatten nicht nur ein Compliance-System, sondern auch ein Compliance- Problem. Der Wille war also vorhanden, allerdings wurde er nicht in aller Konsequenz eingesetzt, umgesetzt oder durchgesetzt. 

Oft stecken hinter Compliance-Problemen wie Korruption und Diebstahl schlechte Führungsarbeit und unzufriedene Mitarbeiter. So sollte es beispielsweise vom leitenden Angestellten bis zur 450-Euro-Kraft klar sein, dass es verbindliche Regeln gibt, die befolgt werden müssen, und bei Nichteinhaltung die Strafe auf dem Fuße folgt. Soweit die Wunschvorstellung. In der Realität hinken viele Unternehmen trotz Kontroll- und Risikomanagementsysteme ihrem sauberen und gepflegten Image, das sie gerne nach außen zeigen, hinterher. 

Wichtig ist: Ein Compliance-System ohne klare und konsequente Führung ist in etwa so sinnvoll wie Gasgeben im Leerlauf beim Autofahren – gibt es keine Konsequenzen, wird weder das Sicherheitssystem noch deren Beauftragter ernst genommen.

Steigende Zahl von Compliance-Verstößen

Verstöße von Mitarbeitern gegen firmeninterne Regeln liegen voll im Trend: Im Jahr 2018 berichteten bei einer Befragung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC 49 Prozent (also fast die Hälfte!) von knapp 7300 befragten Unternehmen über Compliance-Fehltritte von Angestellten. Das sind rund 19 Prozent mehr als bei einer ähnlichen Umfrage, die 2009 durchgeführt wurde. Sehr erhellend ist in diesem Zusammenhang auch eine andere Studie, die PwC im Jahr 2011 bei 3877 Unternehmen durchgeführt hat: 608 von ihnen hatten laut eigenen Angaben kriminelles Verhalten von Mitarbeitern aufgedeckt. 

Interessant ist, wie auf diese Verstöße reagiert wurde:  46 Prozent wurden entlassen, ohne dass rechtlich gegen sie vorgegangen wurde, und weitere 12 Prozent blieben im Unternehmen, teils mit, teils aber auch ohne Abmahnung oder Versetzung. Nur 42 Prozent der kriminellen Mitarbeiter wurden gefeuert und rechtlich belangt. Stellt man sich jetzt die Frage, warum es immer mehr Verstößen gibt, obwohl viele Unternehmen ihre Anstrengungen beim Thema Compliance in den letzten Jahren massiv forciert haben, könnte hier die Antwort liegen: 

Ein milder Klaps auf die Finger macht ein Vergehen zum Kavaliersdelikt und signalisiert dem jeweiligen Mitarbeiter (und möglichen Nachahmern): „Verbrechen kann sich lohnen!“ Das ist ein schlechtes Signal für Unternehmenskultur und Belegschaft, denn den ehrlichen Mitarbeitern, denen durch Diebstahl oder Korruption mittelbar ja ebenfalls ein Schaden zugefügt worden ist, wird dadurch deutlich gemacht, dass in diesem Unternehmen der Ehrliche eben auch der Doofe ist

Bessere Compliance und mehr Ehrlichkeit im Unternehmen

Mangelnde Compliance, Untreue, Korruption, Diebstahl und Unehrlichkeit ziehen einen Rattenschwanz an unangenehmen Entscheidungen und Maßnahmen nach sich:

  1. Das Management muss Zeit und Energie in die Aufräumarbeiten investieren (bzw. externe Ermittler beauftragen). 
  2. Personal muss freigestellt werden, um beispielsweise einen Detektiv bei seinen Ermittlungen zu unterstützen. 
  3. Der  Abteilung, in der es zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist, droht ein Vertrauens- und Imageverlust. Das gegenseitige Misstrauen beschränkt sich nicht nur auf die eigenen Mitarbeiter, sondern kann sich bis in die Unternehmensführung ausweiten.Vertrauensvolle Zusammenarbeit als Erfolgsgarant ist in dieser Atmosphäre unter Garantie nicht (mehr) möglich.

Was kann man tun, um es nicht soweit kommen zu lassen? 

Hier einige erprobte und bewährte Erste-Hilfe Maßnahmen, um Problemen bei der Compliance vorzubeugen: 

Senden Sie die klare Botschaft: In Ihrem Unternehmen profitiert niemand von illegalen Geschäften! 

Wer rechtswidrigem Mitarbeiterverhalten Einhalt gebieten will, muss mehr tun, als nur über Compliance zu reden. Der Unternehmensvorstand und seine Führung müssen auf allen Ebenen klar und unüberhörbar eine „Null-Toleranz“ Grenze kommunizieren. Außerdem ist es wichtig, sämtliche Mitarbeiter mit einzubinden, denn Korruption und Diebstahl schaden auch ihnen und gefährden nicht zuletzt Arbeitsplätze. Das Wohl jedes Einzelnen hängt davon ab, dass Regeln verbindlich sind und alle sich daran halten. Engagieren Sie einen externen Profi, wenn Sie sich unsicher sind. Der betrachtet Strukturen und Abläufe ohne Tunnelblick, kennt die Tricks und mögliche Lücken im System und kann Ihnen mit seiner Erfahrung wertvolle Hilfestellungen geben, um Ihr Sicherheitskonzept wasserdicht zu machen. 

Installieren Sie einen ‚Whistleblower Briefkasten‘

Nein, niemand möchte als Denunziant verschrien werden, deswegen geben Ihre Mitarbeiter seltsame Beobachtungen und Verdachtsfälle oft nicht weiter. Ermöglichen Sie den ehrlichen Kollegen in Ihrem Betrieb, Hinweise auf Verstöße anonym zu äußern, ohne deshalb sofort als „Kollegenschwein“ abgestempelt zu werden. Den anonymen Tipps können Sie zunächst diskret nachgehen und prüfen, ob sich der Verdacht erhärtet. Durch einem anonymen Hinweis lässt sich auch viel leichter ein konkreter Tatverdacht herleiten, der das berechtigte Interesse begründet, einen Privatdetektiv der Detektei Schütt einzuschalten! 

Setzen Sie auf Transparenz! 

Zeigen Sie auch in der Öffentlichkeit, wie wichtig Ihrem Unternehmen die Bekämpfung von Korruption und Wirtschaftsdelikten ist. Das kann beispielsweise ein Interview sein, in dem Sie sich klar dazu bekennen, Verfehlungen auch im eigenen Betrieb aufzudecken und zur Anzeige zu bringen, oder Sie unterstützen Vereine und Organisationen, die sich mit dem Thema Compliance befassen. Transparenz und ein klares Bekenntnis zu Ehrlichkeit und Compliance hat nicht nur Signalwirkung nach außen (potenzielle Kunden, Mitbewerber), sondern auch nach innen, steigert das Vertrauen Ihrer eigenen Mitarbeiter und deren sozialen Umfeld (Menschen reden).

Fazit: Warum es sich für Unternehmen lohnt, beim Thema Compliance umzudenken

Klar, überall dort, wo Menschen handeln, passieren Fehler – das ist in jeder Familie so, in Behörden und Ämtern und natürlich in Unternehmen, in großen ebenso wie in kleinen. Aber es gibt einen Riesenunterschied zwischen Fehler machen und kriminell handeln, und den muss Compliance sehr effektiv auch denjenigen Mitarbeitern klar machen, die das vielleicht noch nicht so ganz durchdrungen haben. 

Denn Verstöße gegen firmeninterne Regeln können nicht nur einen enormen wirtschaftlichen Schaden anrichten, sondern auch das Vertrauensverhältnis innerhalb der Belegschaft und zwischen Mitarbeitern und Führung zerstören.  Auf lange Sicht ist letzteres vermutlich schlimmer.

Deswegen lohnt es sich, nicht nur über Compliance zu reden, sondern sie auch konsequent umzusetzen und als Teil der Firmenkultur zu leben. Beispielsweise dadurch, dass man alle Mitarbeiter mitnimmt und integre Führungskräfte in der Lage sind, den Unterschied zwischen richtig und falsch in einer deutlichen Sprache zu vermitteln. 

Wenn Sie Compliance in Ihrem Unternehmen auf neue, effektivere Füße stellen wollen, kann es sich lohnen, mit einem externen Sicherheitsberater zusammenzuarbeiten, der einen unverstellten Blick auf Ihr Unternehmen hat und möglicherweise Lücken im System findet, auf die Sie selbst nie gekommen wären. Warten Sie nicht so lange, bis das Kind in den Brunnen fällt und wertvolle Zeit und Ressourcen aufgewendet werden müssen, um es zu retten. Bauen Sie eine Kindersicherung ein, damit es gar nicht erst zum Fall kommt.

Wir von der Detektei Schütt arbeiten in Hamburg und in Schleswig-Holstein seit 15 Jahren sehr erfolgreich auf dem Gebiet der  Korruptionsvorbeugung und -bekämpfung. 

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Credits:  Die Inspiration zu diesem Beitrag stammt aus einem Artikel von Paul Healy und George Serafeim zum Thema Korruptionsbekämpfung und Compliance.

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